Knie Zentrum Professor Toft

Detailliertere Informationen zur Behandlung eines Meniskusrisses

Einige der folgenden Informationen und Grafiken wurden vom "Journal of Bone and Joint Surgery" und der Sulzer Medica zur Verfügung gestellt

Neue Möglichkeiten zum Reparieren von Rissen

Wie Sie bereits auf der Hauptseite über Meniskusrisse erfahren haben, legen wir im Knie Zentrum sehr hohen Wert darauf, soviel wie möglich gesundes Meniskusgewebe zu erhalten. Neben den bereits erwähnten Meniskusnähten und Klammern wurden in letzter Zeit zahlreiche neue technische Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Meniskusrissen entwickelt. Zwei der jüngsten Entwicklungen sind der sogenannte Doppelpfeil, wobei eine Naht die beiden Pfeile verbindet (Abbildung A) und eine spezielle Meniskusschraube, deren Gewinde so gestaltet ist, daß die zusammengeschraubten Meniskusteile aufeinander gepreßt werden (Abbildung B).

Meniskustransplantationen

Bei jüngeren Patienten, besonders wenn noch keine durch Arthrose bedingte Abnutzung oder Rissschaden vorliegt, kann die Verpflanzung eines Spendermeniskus von einer speziellen Gewebebank in Erwägung gezogen werden. In den USA sind derartige Spendermenisken vor allem von der Firma Cryolife erhältlich, in Europa von einer Tochtergesellschaft, der Eurotransplant in den Niederlanden. Diese (menschlichen) Ersatzgewebe sind unter der Bezeichnung "Allografts" bekannt. Sie können mit Hilfe einer minimalinvasiven arthroskopischen Technik eingepflanzt werden, und die bisher erzielten Ergebnisse sind sehr ermutigend. Der transplantierte Meniskus wird mit anhängenden Knochenstiften versenkt und die Peripherie mit arthroskopisch gesetzten Meniskusnähten fixiert (Abbildung C). Die Gefahr einer Krankheitsübertragung ist gering. Sofern der verpflanzte Meniskus vom Körper des Patienten in den ersten Jahren nicht abgestoßen wird, hat das Knie wesentlich bessere Aussichten, eine Arthroseentstehung zu vermeiden.

Das Collagen Meniskus Implantat (CMI)

Bezüglich eines jüngsten Presseartikels der Sulzer Medica, ist das Collagen Meniskus Implantat (CMI) das erste Produkt seiner Art zur Regeneration von Meniskusteilen, welche sich als Ergebnis einer Entartung abgetrennt haben oder durch einen chirurgischen Eingriff nach einer Verletzung entfernt wurden.

Definition von einem Meniskus

"Die Menisken sind halbmondförmige Knorpelstrukturen, welche sich im Knie befinden. Sie verteilen und übertragen die Drucklast zwischen dem Oberschenkel und dem Schienbein, fördern das "Stoßdämpfen", schmieren das Gelenk und helfen das Knie zu stabilisieren. Manchmal können eine zu schnelle Drehung oder drehende Bewegungen des belastenden Knies - was häufig während des Sports oder bei normalen Aktivitäten auftritt - zu einer Meniskusverletzung führen. Oft ist es nicht möglich, das verletzte Meniskusgewebe zu reparieren. In diesem Fall muß das beschädigte Gewebe teilweise oder vollständig entfernt werden. Solch eine Behandlung kann im späteren Leben zu einer Arthrose führen."

Was ist das Collagen Meniskus Implantat (CMI)?

Das CMI ist eine "schwamm-ähnliche" Struktur, welche aus hoch gereinigtem Collagen besteht (Abbildung D). Diese wird als Ersatz für das geschädigte oder chirurgisch entfernte Meniskusgewebe arthroskopisch eingepflanzt. Die poröse Struktur des CMI dient als "Gerüst" für körpereigene Zellen, was wiederum zur Bildung von neuem Meniskusgewebe führt. Die Patienten können schon sieben bis acht Wochen nach der Operation ihr Knie vollständig belasten. Bis heute wurde das CMI weltweit in über 200 Patienten eingepflanzt. Dank der guten Ergebnisse in den europäischen Versuchskliniken, erhielt das CMI im Februar 2000 seine offizielle Anerkennung (das "CE Kennzeichen").

Design Kriterien des CMI

Das für das Collagen Meniskus Implantat verwendete Material muß sechs Kriterien erfüllen: 1.) es ist bioverträglich und "bio-wiederaufnehmbar"; 2.) seine physische Form ist der eines menschlichen Meniskus ähnlich oder kann intra-operativ zu der gewünschten Form des defekten Meniskus geformt werden; 3.) es hat eine poröse Struktur, um das Zellenwachstum zu erleichtern; 4.) es hat eine anfängliche mechanische Stärke, geeignet für chirurgische Implantationen; 5.) es ist durchlässig für Makromoleküle zur Nährstoffversorgung; 6) es hat eine anfängliche Stabilität um als Schablone zu funktionieren.

Klinische Studien

In einer in 1993 begonnenen anfänglich "menschlichen" Studie wurde herausgefunden, daß das Collagen Gerüst innerhalb einer dreijährigen Periode einpflanzbar und sicher ist. Histologisch hat es die Geweberegeneration von unterschiedlich großen Meniskusdefekten unterstützt. Keine nachteiligen immunologischen Reaktionen wurden während aufeinanderfolgender serologischer Teste festgestellt. Auf den zweiten Blick offenbaren grobe und histologische Berechnungen, daß bei einer Arthroskopie (entweder drei oder sechs Monate nach der Implantation durchgeführt) das Implantat durch neu geformtes Gewebe ersetzt wird, und zwar so wie es "wiederaufgenommen" wurde. Nach 36 Monaten berichteten die Patienten eine Verminderung der Symptome und sind zu physikalischen Aktivitäten zurückgekehrt, wie vor der Verletzung. Die Kernspintomographie demonstriert eine bemerkenswerte fortschrittliche Entwicklung des neu entstandenen Meniskusgewebe nach drei, sechs, zwölf und 36 Monaten. Diese Befunde weisen darauf hin, daß das Collagengerüst die Regeneration von meniskusähnlichem Gewebe unterstützt. 1997 wurde eine zweite Möglichkeitsstudie durchgeführt, noch bevor "multi-center" Versuche in mehreren Zentren in Europa und den USA begannen. Bis heute gilt das CMI für über sieben Jahre als sicher (basiert auf das erreichbare Ergebnis) und keine Nebeneffekte bezüglich des Collagengerüstmaterials wurden festgestellt.

CMI

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