Knie Zentrum Professor Toft

Glossar der Fachbegriffe

Allograft
Spendergewebe von der Gewebebank zum Ersatz von Kreuzbändern, Menisken oder auch Knochen und Knorpel. Durch spezielle Behandlung des Gewebes sind Abstoßungsreaktionen extrem selten

Arthritis
Gelenkentzündung, entweder unspezifisch oder rheumatisch. Das Gelenkrheuma (chronische Polyarthritis) zerstört das Gelenk durch schädliche chemische Substanzen, die von der rheumatisch erkrankten Gelenkschleimhaut produziert werden.

Arthrofibrose
Überschießende Narbenbildung im Gelenk, meist nach Operationen, mit teilweiser oder weitgehender Einsteifung des Gelenks.

Arthrose
Verschleißerkrankung, die vor allem durch den Verlust von Gelenkknorpel gekennzeichnet ist, oft bis auf den Knochen. >

Arthroskopie
Auch Gelenkspiegelung genannt. Mit einer Stablinsenoptik, die mit einer Mikrokamera verbunden ist, wird das Innere eines Gelenks auf einem Fernsehmonitor abgebildet

Arthroskopische Operation
Mikro-Operation, die unter arthroskopischer Kontrolle durchgeführt wird, wobei der Operateur nicht das Operationsfeld direkt, sondern auf einem Fernsehmonitor, sieht.

Freier Gelenkkörper
Im Gelenk umherwanderndes Teilchen, entweder knorpelig oder knöchern, mit der Gefahr des schmerzhaften Einklemmens

Gelenkkapsel
Ummantelung eines Gelenks aus straffem Bindegewebe, wasserdicht und von Schleimhaut ausgekleidet, die die Gelenkschmiere produziert

Gelenkschleimhaut
Innere Auskleidung eines Gelenks mit einer Gewebsschicht, die Gelenkschmiere produziert und auch Schadstoffe aus dem Gelenk heraustransportiert

Hinterhornriß des Innenmeniskus
Auf Grund degenerativer Vorgänge entstehen in den hinteren Abschnitten des Innenmeniskus "Blasen", die bei geringfügigen Verletzungen aufplatzen und so einen Meniskusriss erzeugen. Bei gleicher Gewalt würde ein normaler Meniskus nicht reißen, weshalb es sich bei diesen Mechanismen um keine Risse im engeren Sinn handelt

Kniearthrose
Synonyme: Kniegelenksarthrose | Gonarthrose | Arthrose des Kniegelenks | Arthrosis deformans. Häufiger Schreibfehler: Knieartrose. Alle Erkrankungen des Kniegelenkes, die durch eine zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung der Gelenkstrukturen gekennzeichnet sind. >

Knie-Endoprothese
Künstlicher Gelenkersatz, bestehend aus Metallteilen für Ober- und Unterschenkel mit dazwischengelagertem Kunststoffteil aus Polyäthylen, einer Art künstlichen Knorpels.

Kniescheibe
Flacher Knochen, an der Rückseite mit Knorpel überzogen, der in die Sehne des großen Quadricepsmuskels eingelagert und mit der Vorderseite des Oberschenkel ein Gelenk bildet (Kniescheibengelenk)

Kniescheibensehne
Fortsetzung der Quadricepssehne nach unten, verbindet die Kniescheibe mit der Vorderseite des Unterschenkels

Kniescheibenverrenkung
Bei zu lockerer Band- und Kapselführung der Kniescheibe im sog. Kniescheibengleitlager kann diese aus dem Gleitlager herausrutschen und liegt dann außen neben dem Oberschenkelknochen. Solche Verrenkungen sind sehr schmerzhaft. Geschieht dies wiederholt, spricht man von einer gewohnheitsmäßigen Verrenkung (habituelle Patellaluxation). In solchen Fällen muss in derRegel operiert werden

Kniespezialist
Bis zum Jahr 2002 war es Orthopäden nicht gestattet, sich in irgendeinem Bereich "Spezialist" nennen zu dürfen.
2002 hat Dr. Toft in einem Aufsehen erregenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes die Erlaubnis erstritten, sich "Kniespezialist" nennen zu dürfen. Leider hat aber weder das Verfassungsgericht noch der Gesetzgeber bisher Richtlinien zum Führen dieser Bezeichnung erlassen, weshalb es inzwischen eine wahre "Inflation" von Spezialisten gibt, was den Begriff leider ausgehöhlt hat

Knorpel
Schutz- und Gleitschicht auf den Knochenenden in Gelenken

Knorpelschaden
Beschädigung der Oberfläche des weißen Überzugs der Gelenkenden, wobei der Schweregrad von leichten Obeflächenveränderungen (Stadien 1 und 2) bis hin zu tiefgreifenden Schäden (Stadium 3) oder gar bis auf den Knochen (Stadium 4) reichen kann

Kollagenmeniskus
Gerüst aus Kollagenfasern, welches als Meniskusersatz eingepflanzt wird und welches dann von körpereigenen Zellen besiedelt wird, um so einen Meniskusersatz entstehen zu lassen.

Korbhenkelriss
Überwiegend am Innenmeniskus, aber auch am Außenmeniskus, vorkommender Längsriss des Meniskus. Der abgerissene Teil, der Korbhenkel, kann sich in die Gelenkmitte einschlagen und so eine Gelenkblockade verursachen

Kreuzband
Feste Bindegewebsstrukturen - vorderes und hinteres Kreuzband -, die Ober- und Unterschenkelknochen des Kniegelenks in der Vorwätrs-Rückwärts-
Richtung stabilisieren

Lateral Release
Kapselspaltung an der Außenseite der Kniescheibe zur Druckentlastung und Zentrierung der Kniescheibe, heute fast ausschließlich arthroskopisch durchgeführt.

Meniskus
Halbmondförmige Knorpelscheiben zwischen Ober- und Unterschenkel im Kniegelenk >

Meniskusersatz
Bei vollständigem oder weitgehendem Verlust eines Meniskus kann ein Meniskus von der Gewebeband (Spendermeniskus) in das Gelenk verpflanzt werden.

Meniskusganglion
Meist am Außenmeniskus gelegene und mit einer gallertigen Masse gefüllte Blase, die aus einer Degenerationszone innerhalb der Meniskussubstanz entsteht. Kann an der Außenseite des Gelenks gesehen und getastet werden

Meniskusnaht
Reparatur eines gerissen Meniskus mit arthroskopisch gesetzten Nähten, nach Anfrischung der Rissränder.

Meniskuriss | Meniskusläsion | Meniskuseinriss | Meniskusruptur | Meniskusschaden
Als Meniskusriss oder Meniskusruptur bezeichnet man einen Riss eines oder beider Menisken des Kniegelenks. Innenmeniskusverletzungen (also des Meniscus medialis) sind wesentlich häufiger als die des Außenmeniskus. Die Risse werden nach ihrer Verlaufsrichtung in Querrisse, Lappenrisse (Zungenrisse), Längs- bzw. Korbhenkelrisse und oberflächliche Risse eingeteilt. Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung, Kernspintomographie und Arthroskopie (Gelenkspiegelung).

Plikasyndrom
Schleimhautfalte als Rest einer embryonalen Kammerung des Gelenks, mit unzureichender Rückbildung während des Wachstums. Dieses segelförmige Gebilde kann sich verdicken und durch einen Scheuereffekt Schmerzen verursachen

Schlittenprothese
Künstlicher Gelenkersatz mit nur Ersatz einer Hälfte des Kniegelenks in Fällen, bei denen die andere Hälfte noch in Ordnung ist

Scheibenmeniskus
Von dieser Formvariante betroffen ist fast ausschließlich der Außenmeniskus. Sofern keine Rissbildung vorliegt, kann dieser Zustand belassen werden. Bei Rissbildung wird der Scheibenmeniskus auf die normale Größe des Außenmeniskuszurückgeführt

Seitenbänder
Feste Bindegewebsstrukturen - Innen - und Außenband - ,die Ober- und Unterschenkelknochen im Kniegelenk seitwärts stabilisieren

Tuberositasversetzung
Bei Kniescheibenverrenkungen und auch bei starkem Schieflauf der Kniescheibe muss oft der Ansatzpunkt des Kniescheibenbandes and der Vorderseite des Unterschenkeles (Tuberositas tibiae) nach innen versetzt werden, um die Kniescheibe dauerhaft zu zügeln.

Umstellungsosteotomie
Geradstellung eines Beines bei O- bzw. X-Bein, wobei der Ober- oder Unterschenkelknochen teilweise durchtrennt wird und entweder ein Knochenkeil entnommen oder nach Aufklappen des Knochenschnitts eingefügt wird. Die erreichte Stellung muss dann mit einer Platte und Schraubengehalten werden. Das metallische Material wird nach einigen Monaten wieder entfernt