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Orthopress 1/2008: Die sogenannte einfache Meniskusoperation
Eingriff mit Komplikationen
Mit dem Siegeszug der arthroskopischen Chirurgie und ihrer Verbreitung bis in die kleinsten Krankenhäuser und Arztpraxen hinein beobachten wir in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme von zum Teil gravierenden Komplikationen nach sogenannten einfachen Meniskusoperationen. Einen solchen Fall möchten wir den Lesern der ORTHOpress an dieser Stelle einmal vorstellen.
Nicht nur vom Laien, sondern auch von vielen Ärzten wird gerade diese Operation, vor allem, wenn sie das Hinterhorn des Innenmeniskus betrifft, immer wieder unterschätzt. Wer viele Kniegelenke operiert hat, weiß, wie schwierig die professionelle Bearbeitung eines Hinterhornrisses am Innenmeniskus ist und welche Gefahren dort bei unsachgemäßer Ausführung lauern.
Hinterhorn kann nur schwer eingesehen werden
Patienten können kaum glauben, dass die Bearbeitung des Innenmeniskushinterhorns zu den schwierigsten arthroskopischen Operationen gehört. Warum ist dies so schwierig? Ganz einfach deswegen, weil das Hinterhorn, also der hinterste Abschnitt des Innenmeniskus, ganz weit hinten liegt und bei straffen Bändern sehr schwer eingesehen werden kann. Trotz „Aufklappen“ des sogenannen Gelenkspaltes durch den Assistenten steht dort extrem wenig Spielraum für die Verwendung chirurgischer Instrumente zur Verfügung. Wenn der Operateur nicht sehr versiert ist und eine Reihe kleiner, aber extrem wichtiger Tricks beherrscht, gerät diese Operation sehr schnell zum Desaster.
Abrasionsarthroplastik statt künstlichen Kniegelenks
Wir stellen Ihnen hier einen typischen Fall vor, wie wir ihn gegenüber früher inzwischen wesentlich häufi ger sehen. Die betroffene 66-jährige Patientin wurde im Juni dieses Jahres in einem auswärtigen Krankenhaus am Innenmeniskushinterhorn operiert, wobei sie nach dem Eingriff nicht beschwerdefrei wurde. Nach ungefähr 4 Wochen verstärkten sich die Schmerzen und nahmen nach ca. 4 Monaten ein unerträgliches Ausmaß an. Im Oktober wurde dann in der Alpha Klinik in München anhand einer Kernspintomographie (MRT) festgestellt, dass sich im Bereich der inneren Oberschenkelrolle eine Osteonekrose (Knochenuntergang) gebildet hatte, die eine größere Operation erforderlich machte. Um den Einbau eines künstlichen Kniegelenks zu vermeiden, wurden in einer Sitzung eine sogenannte Abrasionsarthroplastik mit zusätzlichen Bohrungen sowie eine Achskorrektur (Umstellungsosteotomie) durchgeführt. Mit der Abrasion wird die Bildung eines Ersatzknorpelgewebes angeregt. Mit den Bohrungen wird eine Revitalisierung des abgestorbenen Knochens angestrebt und die Achskorrektur führt zu einer langfristigen Entlastung dieses Bereiches. Dieser Fall demonstriert sehr anschaulich, wie aus einer „harmlosen“ Meniskusoperation ein großes Problem wurde. Patienten, bei denen ein Innenmeniskusriss im Hinterhorn festgestellt wurde, sind daher gut beraten, nach einem versierten Operateur mit gutem Ruf zu suchen und sich nicht in die Hand des gerade nächstgelegenen Operateurs zu begeben. Diese Operation „hat es in sich“ und in ungeübter Hand kann aus einer „einfachen“ Meniskusoperation leicht ein schwer geschädigtes Gelenk werden, welches manchmal nur noch mit einer Endoprothese behandelt werden kann.
So hatte ich doch in meinem 1999 erschienenen Buch (s. r.) bereits geschrieben: „Wenn Sie nun nach vielem Herumfragen endlich zu einem Spezialisten gelangt sind, so erlauben Sie sich ruhig zu fragen, wie viele derartige Operationen der Arzt schon durchgeführt hat, wie viele er monatlich davon vornimmt, wie seine Infektionsrate aussieht, und vor allem, wie hoch seine Erfolgsquote ist.“
Mit dem Siegeszug der arthroskopischen Chirurgie und ihrer Verbreitung bis in die kleinsten Krankenhäuser und Arztpraxen hinein beobachten wir in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme von zum Teil gravierenden Komplikationen nach sogenannten einfachen Meniskusoperationen. Einen solchen Fall möchten wir den Lesern der ORTHOpress an dieser Stelle einmal vorstellen.
Nicht nur vom Laien, sondern auch von vielen Ärzten wird gerade diese Operation, vor allem, wenn sie das Hinterhorn des Innenmeniskus betrifft, immer wieder unterschätzt. Wer viele Kniegelenke operiert hat, weiß, wie schwierig die professionelle Bearbeitung eines Hinterhornrisses am Innenmeniskus ist und welche Gefahren dort bei unsachgemäßer Ausführung lauern.
Hinterhorn kann nur schwer eingesehen werden
Patienten können kaum glauben, dass die Bearbeitung des Innenmeniskushinterhorns zu den schwierigsten arthroskopischen Operationen gehört. Warum ist dies so schwierig? Ganz einfach deswegen, weil das Hinterhorn, also der hinterste Abschnitt des Innenmeniskus, ganz weit hinten liegt und bei straffen Bändern sehr schwer eingesehen werden kann. Trotz „Aufklappen“ des sogenannen Gelenkspaltes durch den Assistenten steht dort extrem wenig Spielraum für die Verwendung chirurgischer Instrumente zur Verfügung. Wenn der Operateur nicht sehr versiert ist und eine Reihe kleiner, aber extrem wichtiger Tricks beherrscht, gerät diese Operation sehr schnell zum Desaster.
Abrasionsarthroplastik statt künstlichen Kniegelenks
Wir stellen Ihnen hier einen typischen Fall vor, wie wir ihn gegenüber früher inzwischen wesentlich häufi ger sehen. Die betroffene 66-jährige Patientin wurde im Juni dieses Jahres in einem auswärtigen Krankenhaus am Innenmeniskushinterhorn operiert, wobei sie nach dem Eingriff nicht beschwerdefrei wurde. Nach ungefähr 4 Wochen verstärkten sich die Schmerzen und nahmen nach ca. 4 Monaten ein unerträgliches Ausmaß an. Im Oktober wurde dann in der Alpha Klinik in München anhand einer Kernspintomographie (MRT) festgestellt, dass sich im Bereich der inneren Oberschenkelrolle eine Osteonekrose (Knochenuntergang) gebildet hatte, die eine größere Operation erforderlich machte. Um den Einbau eines künstlichen Kniegelenks zu vermeiden, wurden in einer Sitzung eine sogenannte Abrasionsarthroplastik mit zusätzlichen Bohrungen sowie eine Achskorrektur (Umstellungsosteotomie) durchgeführt. Mit der Abrasion wird die Bildung eines Ersatzknorpelgewebes angeregt. Mit den Bohrungen wird eine Revitalisierung des abgestorbenen Knochens angestrebt und die Achskorrektur führt zu einer langfristigen Entlastung dieses Bereiches. Dieser Fall demonstriert sehr anschaulich, wie aus einer „harmlosen“ Meniskusoperation ein großes Problem wurde. Patienten, bei denen ein Innenmeniskusriss im Hinterhorn festgestellt wurde, sind daher gut beraten, nach einem versierten Operateur mit gutem Ruf zu suchen und sich nicht in die Hand des gerade nächstgelegenen Operateurs zu begeben. Diese Operation „hat es in sich“ und in ungeübter Hand kann aus einer „einfachen“ Meniskusoperation leicht ein schwer geschädigtes Gelenk werden, welches manchmal nur noch mit einer Endoprothese behandelt werden kann.
So hatte ich doch in meinem 1999 erschienenen Buch (s. r.) bereits geschrieben: „Wenn Sie nun nach vielem Herumfragen endlich zu einem Spezialisten gelangt sind, so erlauben Sie sich ruhig zu fragen, wie viele derartige Operationen der Arzt schon durchgeführt hat, wie viele er monatlich davon vornimmt, wie seine Infektionsrate aussieht, und vor allem, wie hoch seine Erfolgsquote ist.“
Eine Übersicht aller News finden Sie im Pressespiegel 























