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Neuer Eingriff bremst Knie-Arthrose
Freizeit Revue 10.6.2009 - Wenn Gelenke im Laufe der Zeit verschleißen, tut den Betroffenen jede Bewegung weh. Häufig trifft es das Knie. Doch ein kleiner Eingriff soll lang fristig Besserung bringen. Arthrose, der Verschleiß von Gelenken, zählt zu den häufigsten Diagnosen, die der Orthopäde stellt. Dabei nutzt sich die Knorpelschicht im Gelenk ab. Im fortgeschrittenen Fall, wenn sie komplett zerstört ist, reibt Knochen auf Knochen. Das Gelenkschmerzt sogar in Ruhe, schwillt an und wird unbeweglich.
Therapie: Oft lassen sich die Beschwerden mit Schmerzmitteln, Injektionen und Krankengymnastik in Schach halten. Genügt dies nicht mehr, kann der Arzt das Knie im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) behandeln. Die letzte Möglichkeit ist ein Ersatzgelenk. Jedes Jahr erhalten in Deutschland rund 100 000 Patienten ein künstliches Knie.
Gelenkspiegelung: Bei der Arthroskopie macht der Arzt einen winzigen Schnitt, durch den er ein zierliches Instrument ins Gelenk schiebt. Es enthält eine Kamera, die Bilder vom Inneren des Knies auf einen Monitor schickt. Damit dient die Arthroskopie der Diagnose. Es lassen sich aber auch weitere Instrumente damit einsetzen. So glätten viele Orthopäden damit bei Knie-Arthrose den geschädigten Knorpel und entfernen abgelöste Knorpelteile. Allerdings ergaben zwei neue Studien: Dieses Verfahren wirkt nicht besser als eine Schein-Operation.
Bioprothese: "Werden bei der Arthroskopie aber reparative Verfahren eingesetzt, kann das Gelenk bis zu 15 Jahre erhalten werden", betont Prof.Jürgen Toft, Kniechirurg aus München. Und er erklärt: "Ist noch Knorpel vorhanden, kann man mit einem sogenannten Shaver eine Art Knorpelfransen herstellen." An diese lagern sich Blutpartikel, aus denen neues Gewebe entsteht - ein Ersatzknorpel. Prof.Toftbezeichnet ihn als Bioprothese.
Gelenk repariert sich: Diese Schutzschicht kann sogar wachsen, wenn der Knorpel bereits völlig abgenutzt ist: Dazu wird der Knochen oberflächlich aufgefräst. Dies legt Stammzellen frei, die zu Ersatzknorpel heranwachsen. "Das Gelenk schafft es, sich selbst zu reparieren", fasst Prof. Toft zusammen. Ganz wichtig ist, dass das Knie danach acht Wochen lang geschont wird. Dann kann der Patient vier bis fünf Jahre schmerzfrei sein. Wird in einer aufwändigeren Operation zudem die Beinachse umgestellt, was X- oder O-Beine korrigiert, soll das Ergebnis sogar 15 Jahre halten. Der Eingriff dauert bis zu einer Stunde, findet unter Narkose statt. Die Patienten bleiben vier Tage in der Klinik. Nur wenige Krankenhäuser in Deutschland bieten die Bioprothese an. Private Kassen tragen die Kosten von rund 7500 Euro voll, gesetzliche teilweise.
Schlüsselloch-OP
Operationen per Gelenkspiegelung zählen zur sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie. Das bedeutet: Der Arzt macht nur einen kleinen Schnitt, es wird nicht soviel Gewebe verletzt. Dies fördert auch eine schnelle Heilung und ist insgesamt weniger belastend für den Körper. Daher bezeichnet man solche Operationen auch als minimal-invasiv, also nur wenig in den Körper eingreifend. Viele andere Operationen werden heute ebenfalls in Schlüsselloch-Technik ausgeführt, häufig sogar ambulant, sodass der Patient am gleichen Tag nach Hause kann.























