Knie Zentrum Professor Toft

Anatomie

Der enorm große Funktionsradius des gesamten Armes inkl. der die Funktion ausführenden Hand beruht in erster Linie auf der außerordentlichen Mobilität des Schultergelenkes, welches aus dem großen Oberarmkopf und der relativ kleinen Gelenkpfanne (Verhältnis 3 : 1) besteht. Das komplizierte Zusammenspiel von insgesamt 3 Gelenken und 2 Nebengelenken ist für die perfekte Funktion der Schulter Voraussetzung. Die relativ kleine Gelenkpfanne ist durch einen faserknorpeligen, dem Meniscus ähnlichen Abdichtungsring – dem sog. Labrum – vergrößert und vertieft. An diesem faserknorpeligen Ring setzen die Kapselbandstrukturen an, welche in ihrer Gesamtheit als Labrum-Kapsel-Band-Komplex für die statische Stabilität der Schulter sehr wichtig sind. Bei Luxationen der Schulter werden diese Strukturen geschädigt. Neben der statischen Stabilität sind die dynamische Stabilität durch die Muskelsehnengruppen der sog. Rotatorenmanschette sowie die Schulterblattstabilisierenden Muskelgruppen von erheblicher Bedeutung. Das komplizierte Zusammenspiel von Gelenkkapsel, ihren verstärkenden Bandstrukturen sowie den Muskelsehnengruppen sowie die perfekte Funktion der Schulter ist nicht nur im Rahmen von sportlichen Belastungsmustern von herausragender Bedeutung.

Die sog. Rotatorenmanschette, eine aus 5 Muskelsehnengruppen bestehende Funktionseinheit, trennt das eigentliche Schultergelenk von einem Gleitraum (Subacromialraum) ab, welcher sich unter dem knöchernen Schulterdach befindet. Die Rotatorenmanschette ist vor allem für das Zentrieren des Oberarmkopfes, das seitliche Anheben des Armes sowie für Rotationsbewegungen verantwortlich. Beim Wurf- und Schlagsport koordiniert und beschleunigt sie die Wurf- bzw. Schlagbewegung und bremst sie ab. Insofern ist die sog. Rotatorenmanschette nicht nur hohen Zug- und abbremsenden Belastungen, sondern vielmehr auch mechanischen Irritationen unter dem knöchernen Schulterdach ausgesetzt. Das knöcherne Schulterdach kann im Laufe der Jahre degenerativen Veränderungen und zunehmenden Engpassentwicklungen ausgesetzt sein. Diese knöchernen Veränderungen stellen ein häufiges Problem beim älteren Patienten mit schmerzhaften Schulterproblemen dar. Zwischen dem Schulterdach und der Rotatorenmanschette befindet sich ein Schleimbeutel, welcher das Hineingleiten der Rotatorenmanschette unter das knöcherne Schulterdach erleichtern soll. Rotatorenmanschettenrisse, Sehnendegenerationen, knöcherne Veränderungen am Schulterdach, Kalkeinlagerungen in einer oder mehreren Sehnen der Rotatorenmanschette und die damit verbundene Entzündung des Schleimbeutels sind für schmerzhafte Schulterbeschwerden sehr häufig verantwortlich. Als weitere Ursache für schmerzhafte traumatische und degenerative Veränderungen kann darüber hinaus das Schultereckgelenk gelten. Dieses stellt eine sehr exponierte Gelenkverbindung zwischen dem Schlüsselbein und dem bereits erwähnten Schulterdach dar.

Oberarmkopf und Gelenkpfanne li. Schulter


Bandapparat und lange Bizepssehne li. Schulter (Ansicht von vorne)


Sehnen und Muskeln der Rotatorenmanschette li. Schulter (seitl. Ansicht)