Kann man Arthrose heilen?
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Therapie der Arthrose
Die Arthrose ist gekennzeichnet durch einen vorzeitigen und übermäßigen Abrieb der Knorpelbeläge des Knochens bis hin zum vollständigen Knorpelverlust. Dieser Knorpelverlust kann im einfachen Fall bereits in einer Röntgenstandaufnahme durch den Verlust des so genannten Gelenkspaltes ermittelt werden, besser und genauer noch durch die Kernspintomographie. Die Endstadien der Arthroseerkrankung gehen mit einer sichtbaren Verformung des Gelenkes einher, weshalb man auch von einer Arthrosis deformans spricht. Darüber hinaus kommt es durch Verschmälerung des Gelenkspaltes und knöcherne Randbauten zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung, die bis zur fast vollständigen Einsteifung führen kann. Die Arthrose verläuft in Schüben. Während der inaktiven Phasen ist das Gelenk nicht geschwollen und auch nicht besonders schmerzhaft, wenngleich die Belastbarkeit deutlich herabgesetzt ist. Zusatzverletzungen oder auch Überbeanspruchung können die Arthrose dann sehr schnell in einen aktiven oder entzündeten Zustand bringen, wobei dann Schwellungen und Schmerzen im Vordergrund stehen, manchmal sogar in Ruhe. Neue Verfahren der arthroskopischen Chirurgie haben es möglich gemacht, auch derartig zerstörte Gelenke wieder fit zu machen (Bioprothese). Dabei beruht die Behandlung auf zwei Grundprinzipien:
1. Verminderung der Entzündung
2. Anregung der Gewebsneubildung
Das erste Ziel wird dadurch erreicht, dass sämtliche störenden und die Entzündung unterhaltenden Teile, wie Bicepssehneneinrisse, instabile Knorpelränder und freie Gelenkkörper, aus dem Gelenk entfernt werden. Das zweite Prinzip beruht auf der Erfahrung, dass der Körper zur Bildung von Ersatzgewebe, so zum Beispiel auch Ersatzknorpel, angeregt werden kann.

Um dieses zu erreichen, muss die tote oberflächliche Schicht des von Knorpel bereits entblößten Knochens mit Spezialinstrumenten abgetragen werden, wodurch die Blutversorgung des Knochens wieder freigelegt und das Nachwachsen eines Ersatzknorpels ermöglicht wird. Dieses Verfahren, genannt ACRA (articular cartilage regrowth arthroplasty), – ist in der Lage, neue Knorpelbeläge auf den frei liegenden Knochenflächen wachsen zu lassen. Dabei wird der verloren gegangene Originalknorpel durch einen Faserknorpel ersetzt, der sich im Laufe der Zeit so umwandelt, dass er dem Originalknorpel immer mehr ähnelt. Erfahrungen an mehr als 4.000 Kniearthrosepatienten in den letzten 20 Jahren haben gezeigt, dass die mit dem ACRA-Verfahren erreichbaren Ergebnisse sehr ermutigend sind. Aus dem Bereich der Schulterchirurgie liegen uns derartige Ergebnisse bislang noch nicht vor.
Allerdings scheinen die Chancen möglicherweise übertragbar zu sein, zumal zwar eine u. U. große Belastung der Gelenkflächen vorhanden ist, allerdings nicht vergleichbar mit derjenigen eines Kniegelenkes.
Wenngleich die Gelenkerhaltung für uns absolut im Vordergrund steht, so kann dennoch der komplette Gelenkflächenersatz das letzte Mittel und ein äußerst segenreicher Eingriff sein, welcher eine vollständige Wiederherstellung der Lebensqualität ermöglicht.

























